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Aktuelles

Wirecard AG - Skandal - Schadensersatzansprüche der Aktionäre

München, 22.06.2020: Der Wirecard - Skandal erreicht seinen vorläufigen Höhepunkt, nachdem 1,9 Milliarden Eur an Treuhandvermögen auf den Philippinen verschwunden sind und CEO Markus Braun die Verantwortung übernommen hat. Aktionären der Wirecard AG dürften nach Ansicht der Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht Schädler Forster Schadensersatzansprüche gegen die Wirecard AG, die Wirtschaftsprüger Ernst & Young sowie CEO Markus Braun zustehen. Geschädigte Anleger sollten ihre Ansprüche, die Möglichkeiten einer Sammelklage bzw. Prozessfinanzierung prüfen lassen.

 

München, 22.06.2020: Die Vorgänge in dem bei München angesiedelten Unternehmen Wirecard AG erhielten am vergangenen Freitag einen vorläufigen Höhepunkt, nachdem die mit der Prüfung beauftragten Wirtschaftsprüfer Ernst & Young das Testat für das Geschäftsjahr 2019 verweigerten. Grund sind die nicht auffindbaren 1,9 Milliarden Euro, die eigentlich auf einem Treuhandkonto in Asien liegen sollten. Der Treuhänder Mark Tolentino, der für Wirecard Kapital auf den Philippinen verwahren sollte, ist flüchtig. Betroffenen Aktionären ist dringendst geraten, sich rasch anwaltliche Hilfe zu suchen, um Schadensersatzansprüche zu prüfen und durchzusetzen.

 

Wirecard AG - E - Payment- Pionier und einstiger Börsenliebling aus Deutschland

Die Wirecard AG ist ein am DAX gelistetes Zahlungsdienstleistungsunternehmen mit Sitz in Aschheim bei München. Das 1999 gegründete Unternehmen ist seit vielen Jahren immer wieder in den Fokus von Kapitalanlegervertretern, der Presse und auch der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) geraten. Zuletzt gab es Durchsuchungen der Geschäftsräume in Singapur. In den Jahren 2008 und 2010 war es jedoch zunächst die Wirecard AG, die Opfer von Falschmeldungen und erfundenen Vorwürfen war. Später drehte sich dann das Blatt und die Vorwürfe gegen die Wirecard AG konkretisierten sich auf Verfehlungen des Unternehmens, insbesondere auch die Probleme bei der korrekten Bilanzierung. Die gegenseitigen Vorwürfe fanden jeweils weltweite Beachtung, teilweise wurden staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren geführt.

Bereits zu Beginn des Jahres 2019 konkretisierten sich die Vorwürfe auf unseriöses Geschäftsgebaren von Mitarbeitern in Singapur, erfundene Umsätze, um an eine Geschäftsbilanz in Hongkong zu gelangen und um Zielvereinbarungen zu erreichen. Eine eingeschaltete Rechtsanwaltskanzlei aus Singapur bestätigte dann, dass Unregelmäßigkeiten vorgelegen hätten.

 

Nun am 19.06.2020 der Höhepunkt:

Das Unternehmen musste per Ad-hoc-Mitteilung bekannt geben, dass Bankguthaben von den Treuhandkonten in Höhe von 1,9 Milliarden € „mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht existierten". Bereits vorab war eine Sonderprüfung durch die Wirtschaftsprüferkanzlei KPMG veranlasst worden. Diese veröffentlichte am 27.04.2020 das vorläufige Ergebnis, wonach nicht alle Daten ausgewertet und vor diesem Hintergrund auch die Vorwürfe nicht entkräftet werden konnten.

Nun also haben die aktuell mit der Prüfung beauftragten Wirtschaftsprüfer Ernst & Young am 18.06.2020 den Vorstand darüber informiert, dass keine ausreichenden Prüfungsnachweise für die Existenz des Guthabens von 1,9 Milliarden Euro vorliegen. Selbst für Wirecard ist das keine kleine Summe, sondern entspricht in etwa 25 % der Bilanzsumme. Folgerichtig verweigerte Ernst & Young daher das Testat für die Bilanz des Geschäftsjahres 2019.

Es ist schlicht undenkbar, dass der Vorstand, insbesondere der Vorstandsvorsitzende Markus Braun, nicht bereits seit Langem über das Fehlen derartig großen Vermögens informiert worden ist oder davon auch anderweitig keine Kenntnis hatte. Es bestehen Vorwürfe zu fingierten Umsätzen, falsch deklarierten Krediten, Kreislaufbuchungen (Roundtripping) und überhöhte Kaufpreise von Gesellschaften zur Bereicherung von Managern.

 

Folgen für die Aktionäre:

Der CEO Markus Braun hat dadurch nicht nur seine Organisationspflichten massiv verletzt, sondern hätte bereits vor langer Zeit eine entsprechende Ad hoc-Mitteilung herausgeben müssen, Ermittlungen initiieren und Strafanzeige stellenmüssen. Der Vorwurf von falschen Bilanzen und sogar bewussten Bilanzfälschungen steht im Raume. Die Aktionäre der Wirecard AG haben hierdurch massive Schäden erlitten.

Neben dem Verdacht der Bilanzmanipulation, insbesondere im Hinblick auf die fehlenden 1,9 Milliarden €, hätte auch der Kapitalmarkt unverzüglich und korrekt über die fehlenden internen Kontroll-Mechanismen unterrichtet werden müssen. Die gravierenden und nun zu Tage getretenen Compliance-Mängel stellen aus unserer Sicht Informationen dar, über die die Öffentlichkeit hätte informiert werden müssen (Insiderinformationen).

Den betroffenen Aktionären stehen nach unserer Überzeugung Schadensersatzansprüche gegen Wirecard AG, die Vorstände persönlich und gegebenenfalls der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young zu.

 

Betroffene Aktionäre:

Betroffen sind Aktionäre, die im Zeitraum vom 22.02.2017 bis 18.06.2020 Transaktionen von Wirecard Aktien oder Derivaten vorgenommen haben. Derzeit prüfen wir auch noch eine Rückerstreckung auf den 24.02.2016, als dem Zeitpunkt der Veröffentlichung eines Berichts des Analyseunternehmens Zatarra Research & Investigations. Bereits damals wurden der Wirecard AG illegale Praktiken vorgeworfen.

 

Kein Anspruchsverlust durch Verkauf:

Ersatzansprüche betroffener Aktionäre sind unabhängig davon, ob die Aktien noch beim Aktionär vorhanden sind oder schon veräußert wurden oder sogar erst in naher Zukunft verkauft werden. Der jeweilige Schaden muss natürlich individuell anhand der Kursdifferenz berechnet werden.

 

Mehr dazu im Hauptartikel: www.schaedler-forster.de/wirecard